| Wulff der Heuchler |
| Wulff der HeuchlerSicher, unser Bundespräsident ist kein Heiliger, aber er muss sich an den Maßstäben messen lassen, die er selbst einmal formuliert hat. Er selbst ging oft hart mit anderen Politikern ins Gericht, wenn diese sich Verfehlungen leisteten.
1999 klagt Wulff völlig zu Recht den damaligen niedersächsischen SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski, der später über eine Affäre um unbezahlte Urlaube und gesponserte Hochzeitsfeiern stürzt folgender Maßen an:
„Was wir hier erleben, schadet nicht nur dem Ansehen der Politik, sondern berührt in ganz besonderer Weise auch die Würde eines hohen politischen Amtes.“ – „Herr Glogowski verliert seine Unabhängigkeit und damit seine politische Handlungsfähigkeit.“
2000 richtet Wulff die Rücktrittforderung an den damaligen Bundespräsident Johannes Rau wegen dessen Flugaffäre als SPD-Ministerpräsident in NRW mit folgenden Worten:
„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben (…)Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann.“
„Was privat ist, muss privat gezahlt werden!“ (Wulff zu Ministerin Ulla Schmidt im Zuge ihrer Dienstwagen-Affäre)
„Wer bei uns leben will, muss sich auf bestimmte Dinge einlassen: Gleichheit der Geschlechter, Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit. Wer das nicht akzeptiert, kann nicht bei uns leben.“ (Im November 2007 in einem Interview der „Frankfurter Rundschau“ über das Profil der CDU, über Leitkultur und Liberalität)
„Die Medien- und Meinungsfreiheit sind ein hohes Gut. Ich wünschte mir aber hin und wieder ein bisschen Selbstkritik.“ (Im Juni 2010 in einem Interview mit dem „Focus“)
„Wir brauchen Kontroversen, Konflikte, Kritik. Aber keine Verletzungen, Verspottung, Verachtung. Wir brauchen Medien, die zuspitzen. Aber nicht, um damit jemanden zu erstechen(…)Wir brauchen Journalisten, die Verantwortungsbewusstsein zeigen, denen wir vertrauen können, die verlässlich und glaubwürdig sind.“ (Im September 2010 bei der Eröffnung der neuen Zentralredaktion der Nachrichtenagentur dpa in Berlin)
August 2011 äußert sich Wullf moralisch vor Wirtschafts-Nobelpreisträgern in Lindau: „Vertrauen ist unersetzlich, es ist schwer zu erreichen, aber leicht zu zerstören. (…) Auf Vertrauen kommt es an. Wir müssen ehrlich miteinander und mit uns selbst sein.“
September 2011 in Krakau: „Politik braucht Maßstäbe, die nicht aus dem politischen Handeln selber kommen. Politik braucht ethische Maßstäbe, die aus Überzeugungen kommen, die über den Tag hinausweisen.“
Als bekennender Katholik muss Christian Wulff die Leitlinien eines Christen kennen. Jesus Christus sagt in der Bergpredigt:
Die Bibel Matthäus 7, 1-2 „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“
Nun ist Christian Wulff selbst an der Reihe:
Mit einer zerstörenden Kritik hat die bekannte Politikberaterin und Professorin Gertrud Höhler in einem TV-Gespräch das Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff im Zusammenhang mit seinem Immobilenkauf kommentiert und ihm jede Tauglichkeit zur Fortführung des Amtes abgesprochen.
Auf die Frage „Was würden Sie dem Mandanten Christian Wulff heute raten, um die Sache noch zu retten?“ antwortete sie:
“Ich sehe nicht, dass man heute die Sache noch retten könnte. Ich kann mir nur vorstellen, dass ich in der Angelegenheit dieses trivialen Häuschens ihm von Anfang an geraten hätte: Jetzt kannst Du etwas machen, was die Deutschen besonders mögen, Du kannst als reuiger Sünder auf die Knie gehen und sagen ‘ ich hab da was gemacht, was hinten und vorne und überall nicht in Ordnung ist. Ich bin ein Sünder. Ich schäme mich. Wenn er das gemacht hätte, dann hätte er die Lieber der Deutschen gewonnen. Aber er war zu stolz, er war zu eitel, er war in seiner Selbstüberschätzung gefangen und war deshalb nicht in der Lage die Wahrheit auf den Tisch zu bringen. Ich sehe nicht wie man das heute ausgleichen könnte.”
Niemand, der die Bibel ehrlich und genauer gelesen hat, könnte ernsthaft behaupten, der biblische Glauben würde Probleme einfach verdrängen oder unter den Tisch kehren – das Gegenteil ist der Fall. Da hält es die Bibel nämlich tatsächlich mit dem „alten Sprichwort“: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Doch die biblische Alternative zur Erkenntnis ist die Wahrheit, und die biblische Alternative zur Besserung die Rettung, die Gnade. Wir müssen der Wahrheit über uns selbst ins Auge sehen, um dazu zu kommen, die Gnade und Rettung Jesu zu empfangen. Die Bibel beschreibt die Wahrheit über uns Menschen so: „Da ist keiner gerecht, auch nicht einer“ Römer 3,10. |